Theater der Aggressionen

April 2, 2011

Kurzbeschreibung

Filed under: tda — theaterderaggressionen @ 9:12 pm

“Theater der Aggressionen” ist ein Kollektiv, welches auf theatralischem Wege sozialkritisch aktiv ist, indem es politisch linksautonome bzw. generell sozialkritische Themen in Form von Theaterstücken auf die Bühne oder in die Öffentlichkeit bringt, ob angemeldet oder guerillamäßig.

wenn du Info-Aussendungen erhalten willst, bzw. Kontaktaufnahme dann:
tda(at)catbull.com

LITERARISCHE UMSTURZVERSUCHE
Polit.Lesebühne von TdA-Mitglied Philmarie Theatdaggres
mindestens ein Mal pro Jahr im DeCentral

Die Aufnahmen der 3 Theaterstücke sind jetzt online!
Hier gehts zur Übersetzung vom 3. Stück (Mandarinenzeit) auf Hochdeutsch.

December 15, 2010

bisherige Stücke von “Theater der Aggressionen”

Filed under: tda — theaterderaggressionen @ 8:33 pm

andere Produktionen

Stück3 „Mandarinenzeit oder das geheime Leben des Andreas Hofer“
(2009)

2009 wurde dem Tiroler „Freiheitskampf“ und seinem Anführer und Landesheiligen Andreas Hofer zum 200. Mal gedacht, diesmal in wirklich brechreizeregendem Ausmaß. Im Stück geht es darum, dass Hofer den Bauernaufstand nur führt, um seine Tätigkeit als transvestitischer Sänger und Tänzer geheim zu halten.

Flugzetteltext:

Um das Ende des Andreas Hofer(Führer des „Freiheitskampfes“ 1809) Gedenkjahres in Tirol(Österreichisches Bundesland) zu feiern, präsentierte „Theater der Aggressionen“ 2009 den queer subversive Bäuerinnenschwank „Mandarinenzeit oder das geheime Leben des Andreas Hofer“.
Im Stück wird auf höchst unkonventionellem Weg davon erzählt, was wäre, wenn die Motivation der „Revolutionär_innen“ nicht ins traditionelle Bild passen würde. Es soll unter anderem das Hinterfragen von historischen Tatsachen angeregt werden, welche ja von den Übermittlern in deren bevorzugte Richtung gebogen worden sein könnte, um so die Möglichkeit zu erlangen, ihre Ansichten und Moralvorstellungen als naturgegeben und somit unumstößlich zu positionieren. Um den Status Quo und die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Selben zu rechtfertigen und zu glorifizieren, bedient sich das jetzige Establishment ja überall an eben solchen Übermittlungen. Geschichte trifft Zukunft(Werbeslogan des Land Tirols für den Festumzug 2009) per Plattschuss, wie dieses Jahr in Tirol so eindrucksvoll miterlebt werden konnte.
Das  Theaterstück handelt im Großen und Ganzen davon, dass Hofer den Bauernaufstand nur führt, um seine Tätigkeit als transvestitischer Sänger und Tänzer geheim zu halten.


Stück2: Demoralisierung des Feindes“
(2008)

Ausgehend von einem Neonazi-Überfall auf ein zu der Zeit links-autonom angehauchtes Veranstaltungszentrum welches sich zu einem reinen Entertainment Center “weiterentwickelt hat, wird die Nachgeschichte von 4 beteiligten Personen und einer unbeteiligten dargelegt.

Flugzetteltext:

Geht es nach dem „Theater der Aggressionen“, ist der Versuch von sozialkritischem Aufzeigen nur dann konsequent und angebracht, wenn von den KritikerInnen im selben Atemzug auch Selbstkritik geübt wird. Es ist laut dem „TdA“ jedoch nicht immer notwendig dies öffentlichkeitswirksam zu machen.
In dem Theaterstück „Demoralisierung des Feindes“ wird versucht mit Sarkasmus und schwarzem Humor, dem latenten Fasch-, Rass- und Militarismus vieler Menschen und insbesondere den öffentlichen Verfechtern dieser unmenschlichen Ideologiefragmente, aufs literarischste an den Kragen zu gehen. Sämtliche Charaktere in diesem Drama fungieren als VertreterInnen einer bestimmten ideologischen Gruppe und an keiner wird ein gutes Haar gelassen. In diesem Sinne wird versucht auch den Gegenbewegungen zu den vorher genannten Ismen, zu denen sich auch das „TdA“ zählt, ihre Tendenzen zu Doppelmoraligkeit vor Augen zu führen. Sogar die Person im Hintergrund, bekommt den Zynismus des Theaters zu spüren.

Stück1: „Accion Mutante – Wir wollen nicht integriert werden!“
(2006)

Nach dem Spanischen Film “Accion Mutante” von Alex de la Iglesia der Perfektionswahn, Medienauswüchse und Polizeistaat durch den Kakao zieht, indem eine Terrorgruppe, bestehend aus behinderten Menschen, in bizarren Szenarien Reiche und Schöne niedermetzelt.

3 körperlich behinderte Menschen entführen den Leiter eines damenunterwäscheproduzierenden Unternehmens. Sie foltern und verhören ihn und wollen ihn schließlich umbringen, doch die Situation eskaliert unabsichtlich.

Flugzetteltext:

Sind behinderte Menschen hilflose, asexuelle und somit bemitleidenswerte Wesen, welche trotz größtenteils negativer Aspekte, am Leben festhalten, sich nicht unterkriegen lassen, viel intelligenter sind(Weil sie ja viel mehr Zeit haben, Wissen anzuhäufen.) und eigentlich die besseren Nichtbehinderten wären? Oder sind „Solche“ genau die gleichen, zu gewalttätigen Handlungen neigenden SpinnerInnen, die sonst fast nur Sex im Kopf haben und annähernd die gleichen Vorurteile verbreiten wie „Normale“?
Ungeachtet der Unmöglichkeit allgemein gültige Antworten, für sämtliche Betroffene zu finden, versucht das Theater der Aggressionen mit dem selbstverfassten Theaterstück „Accion Mutante – Wir wollen nicht integriert werden!“ solche und ähnliche Fragen zu beantworten.Es soll die Tendenz der Menschen aufgezeigt werden, andere Leute anhand von Oberflächlichkeiten zu beurteilen. Auch antikapitalistische Aspekte kommen zum tragen, Werbemethoden werden beispielsweise überzeichnet, lächerlich gemacht und somit kritisiert. Vorurteile und die daraus resultierende Diskriminierung, aufgrund von sexuellen Präferenzen, wird ebenso behandelt, wie generelle sexistische Denkmuster. Einen Hauptteil der Erzählung, nimmt die gesellschaftliche Diskriminierung von Menschen mit Behinderung ein, die sich eben auch im zwischenmenschlichen Verhalten äußert und die bis zu einem gewissen Grad sogar vom Betroffenenkreis selber reproduziert wird.

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