Philmary’s texts(ger/eng)

Bühnetrische Verkörperung des Geschlechtssystems

Schon wieder nur Typen beim E-Willi-Würgen auf der Bühne und schon wieder fast nur Mädels unmittelbar davor, welche die Jungs beim Musikwixen anfeuern. Und die richtigen Männer wagen sich sowieso nur, wenn’s gscheit hardcore wird, aus der 3. Reihe hervor. So ähnlich kommt mir die Situation bei vielen Konzerten vor, wenn mensch die Musik und die Texte nicht beachtet. Dadurch werden die meisten Frauen wahrscheinlich nicht dazu motiviert, dann auch musikalisch aktiv zu werden.

Ich sehe den Hauptschwerpunkt aktiver künstlerischer Betätigung zwar nicht im aktivistischen, aber manche Typen werden bei solchen Gelegenheiten wahrscheinlich dazu gebracht, dann ebenso den musikalischen TestosTron zu besteigen. Der Mensch ist nun mal eine durch und durch erbärmliche Kreatur, welche eine Unternehmung nur dann startet, wenn es genug andere gleichartige Leute machen, oder wenn er sich dadurch zumindest Vorteile für sich erhoffen kann.

Wäre es also wünschenswert für Frauen das Geschlechterverhältnis auf der Bühne per Quote zu regeln? Ich glaube nein, weil ich möchte ja auch nicht über die Bretter geschickt werden, nur weil ich im Rollstuhl bin, auch wenn diese angeblich die Welt bedeuten sollen.

Beim Konzert-auf-die-Füße-stellen sollte aber schon versucht werden, Bands mit wenigstens einer Frau an einem Instrument oder am Gesang zu organisieren, zumindest eine Gruppe pro Abend. Weil auch bei Vergnüglichem sollte eigentlich immer versucht werden, teilweise jedenfalls gleichberechtigende und diskriminierungsferne Bewusstseinsbildung zu betreiben. Aber diese dann zu offensichtlich rüberzubringen, ist kontraproduktiv, in veränderungstechnischer Hinsicht. Wenn ein permanenter Bewustseinsbildungsversuch aber nie stattfindet, werden solche gesellschaftlichen Tendenzen niemals aufgezeigt und erkannt, dass sie eben durchaus revolutionierenswert sind.

The staged embodiment of gender

Once again, only guys on stage, getting off. And, once again, almost exclusively girls watching them, cheering them on as they musically jerk off. The real men, sitting in the third row, only dare show their faces when they are promised real hardcore content. To me, this is what the situation seems like at most concerts, if you ignore the music and lyrics. Bearing this scenario in mind, it is difficult to imagine women being inspired to make their own music.

In my opinion, the main focus of actively being an artist is not an activist one. However, it is guys who seize the opportunity provided for them on these occasions and take a seat on the musical “TestosThrone”. Humans are sadly depressingly wretched and cowardly creatures. The only time they dare engage with anything, is when they are sure to have enough likeminded people by their side or when the chances are favourable for them to reap rewards from the situation.

Is it preferable for women to regulate the gender ratio on stage via a quota? I don’t think so. I have no desire to be sent rolling over the wooden planks of the stage just because I happen to live my life in a wheelchair. Even if it means the world to me.

When it comes to organising a concert it is, however, preferable to engage bands, which have at least one woman playing an instrument or singing – at least one group per evening. Because, even when we are having fun we should really always be trying to stand behind and promote awareness for equality and non-discrimination. However, going about this in a too obvious manner may be counterproductive, if we are looking to make a change.

If we don’t permanently strive to raise awareness for our struggles, these societal tendencies will never be highlighted. Furthermore, they will not be dismantled and no one will recognize that they are worthy of being revolutionised.

Vorteile des Krüppeldaseins

Ich kann von Jahr zu Jahr feststellen, dass meine Behinderung immer noch gravierender Züge annimmt. Dadurch verstärken sich die mir, aufgrund meines immer noch krüppelhafteren Erscheinungsbildes, entgegengebrachten Bevormundungstendenzen vieler Leute.

Das ist aber kein Grund für mich, mein Leben bis zu meinem Abgang nicht voll und ganz auszukosten, wozu ich ja immer weniger Gelegenheiten habe! Aber wem geht es bitteschön anders?! Es wäre sogar, aufgrund meines erhöhten Risikos das Zeitliche zu segnen, noch blöder auf Wahrnehmenswertes zu verzichten.

Und es freut mich zudem sehr, irgendwelche respektlosen Menschen rüde zurecht zu weisen, was mir bei fortschreitendem Krankheitsverlauf immer häufiger ermöglicht wird. Wenn ich dann meine krüpplige Erscheinung mit einem langärmligen Pullover kombiniere, kann ich meine sadistische Neigung zum Zusammenscheißen nach Herzenslust ausleben. Weil sobald mein Tattoo nicht sichtbar ist, bevormundet mich der Großteil der Leute, redet über mich Betreffendes ausschließlich mit meiner Begleitung, fühlt sich autorisiert mir ungefragt über den Kopf zu streicheln und so weiter und so fort. Mit offensichtlicher Körperverzierung fährt den Menschen das für viele wahrscheinlich unbequeme Bewusstsein gleich ein, dass ich meine Entscheidungen selber treffe.

Ich betätige mich also erzieherisch, wenn ich mein Tattoo bedeckt trage und einige Normalbehinderte lautstark dazu zwinge, uns schwerer Behinderte für voll zu nehmen. Indem ich lauter werde, wenn mir gegen meine Anweisungen geholfen wird, lasse ich den Aktivisten raushängen und konfrontiere die Umgebung eben rüderweise damit, dass es zwingend notwendig ist, uns Krüppel direkt zu fragen ob überhaupt und wie dann im Fall geholfen werden soll.

Auf diesem Weg bin ich außerdem in der Lage, meine aufgestauten Aggression zu sinnvollen Zwecken loszuwerden. Genau so wie Dexter Morgen eine Methode gefunden hat, seiner Mordlust sinnvoll nachzugehen, wofür er eigentlich ein Happy End als Abschluss seiner Fernsehserie verdient hätte.

it’s nice to be a crib

With each passing year, I watch my disability slip into a more severe condition. Because of my appearance as a cripple, people feel strengthened to display patronizing behaviour towards me. However, this does not constitute a reason for me to not live life to its fullest – till the very end. Sadly, the chances to this are dwindling. But is anyone better off?! As I am at a higher risk of dying, it would be even dumber to pass up the experiences I could have.

In addition to all this, I do thoroughly enjoy being able to rudely reprimand people lacking any respect. As my condition continues to worsen, I am offered this chance more and more often. When I combine my crippled appearance with a long sleeved sweater, I am free to sadistically put anyone in their place. Why the sweater? Because as soon as my tattoo is not visible, most people take the liberty of patronising me, of talking about me exclusively to my chaperone. However, as soon as people realize that I have chosen to decorate my body in this way, it becomes uncomfortably obvious to them that I make my own decisions.

I take on the role as an educator, when I cover up my tattoo and vehemently force normally disabled people to respect us seriously disabled people as people. By not staying quiet when someone helps me without my asking for help, I can show off the activist inside me. Rudely, I confront the people around me and make them aware of the fact that one must – always – ask us cripples how we are to be helped and if we want any help at all.

This way, I am also able to sensibly let go of the aggression bottled up inside. I compare myself to Dexter Morgan, who also found a possibility of sensibly murdering. For this, he would have actually deserved a happy ending for his tv series.

Arbeit macht das Leben süß!

Letztens war ich bei meinem Onkel zu Besuch. Als wir mit dem Auto vom Bahnhof zu seinem Haus im Grünen fuhren, blieb er bei einer Zufahrt eines Hauses stehen, kurbelte das Fenster herunter und grüßte den Mann, der in der Einfahrt gerade ein Auto putzte. „Ja hallo! Bist du heute wieder fleißig!?“ – „Es muss ja was gearbeitet werden, damit was gearbeitet ist!“ das war der ganze Wortwechsel. Mein Onkel erklärte mir dann belustigt, dass fast jedes Mal wenn er an der betreffenden Ausfahrt vorbeikommt, dieser ältere Typ da ist und sein Auto putzt. Er wird schon geil auf Autos sein. Was mich aber an diesem Dialog fasziniert hat und mir in Erinnerung bleiben wird, ist die unabsichtliche, aber trotzdem präzise Gesellschaftsanalyse „Es muss was gearbeitet werden, damit was gearbeitet ist!“

„Es muss was gearbeitet werden, damit was gearbeitet ist!“ Diese Aussage führt mir unglaublich einprägsam vor Augen, dass das Arbeitenmüssen, zwecks Aufrechterhaltung der persönlichen Versorgung, zutiefst verabscheuenswert ist und von Grund auf abgeschafft gehört..

„Es muss was gearbeitet werden, damit was gearbeitet ist!“ Die Erkenntnis fährt ein, wie die reinste Überdosis, dass sich die Leute von klein auf, zu willigen Arbeitssklaven sozialisieren lassen und ihr Leben als gelebt betrachten, wenn sie nicht mehr arbeiten müssen. Ihr Lohnarbeitsschicksal betrachten sie dann als naturgegeben und somit unabänderbar, weil sie das von klein auf so reingepresst bekommen haben.

„Es muss was gearbeitet werden, damit was gearbeitet ist!“ Da steckt auch drin, wie komplett sinnlos manche als notwendig bezeichnete Tätigkeiten sind und nur dazu dienen, den Status Quo des Arbeitenmüssens aufrecht zu erhalten.

„Es muss was gearbeitet werden, damit was gearbeitet ist!“ Wie, frage ich mich, können wir das allgemeine Hinnehmen des arbeitsmäßigen Unterdrückungsverhältnisses stoppen und in die Lage kommen attraktive Umstiegsmodelle aus dem jetzigen Wahnsinn zu präsentieren.

„Es muss was gearbeitet werden, damit was gearbeitet ist!“ Warum? Warum nur, sind die Menschen nicht intelligent genug aus diesem lohnarbeitstechnischen Teufelskreis auszubrechen? Alternat

Die meisten Menschen müssen nun mal ihren Lebensunterhalt mittels Schinderei verdienen.
Von nichts kommt nun einmal nichts und Arbeit macht ja bekanntlich das Leben süß. „Es muss halt was gearbeitet werden, damit was gearbeitet ist!“

Work Makes Life Sweet

A little while ago, I went to visit my uncle. On the ride from the train station to his house in the countryside, he stopped next to the driveway of a house, rolled down the window and greeted a man who was washing his car. „Hey, busy working again?“ – „Work needs to be done so that work is done!“ Such were the contents of the entire conversation. Amused, my uncle explained to me that nearly every time he passes by that driveway, he sees the same elderly man washing his car. That guy must be obsessed with cars. However, the thing that fascinated me about the dialogue (and will always stick in my mind) is the unintentional yet precise social analysis: „Work needs to be done so that work is done!“

„Work needs to be done so that work is done!“ This statement makes me painfully aware of the fact that the idea of having to work in order to provide for oneself is utterly detestable and must be abolished.

„Work needs to be done so that work is done!“ The realisation sinks in like an epiphany that since they were children, people have allowed themselves to be socialised as willing slaves of labour who see life as ‘lived’ when they no longer need to work. They view their fate as wage labourers as natural and therefore unchangeable because it has been drummed into them from a very young age.

„Work needs to be done so that work is done!“ This sentence also shows us the absurdity of some so-called necessary tasks that are only designed to keep up the status quo of having to work.

„Work needs to be done so that work is done!“ How can we stop the acceptance of these oppressive work circumstances and come up with appropriate alternatives to the present madness?

„Work needs to be done so that work is done!“ Why oh why aren’t people smart enough to break the vicious circle of wage labour?

Most people simply have to put up with drudgery to make a living.
Nothing comes from nothing and, as we all know, work makes life sweet. „Work needs be done so that work is done!“

mein persönliches Geschlechterverhältnis/mein Verständnis von queer

Sollen wir uns selber tatsächlich auf irgendeine sexuelle Ausrichtung und Geschlechtsklischeevorstellung festlegen, nur weil uns dauernd reingepresst wurde, dass wir entweder männlich oder weiblich, homo oder besser, weil gesellschaftlich geachteter, hetero sein müssen? Versucht die Gesellschaft nicht ohnehin andauernd, manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich, mit Hilfe ihrer Beautypropaganda und Geschlechterrollengehirnwäsche, denen wir leider alle zum Teil erlegen sind, uns in die vorgefertigten Rollen zu pressen?

Meines Erachtens nach kann keine Person auf der Welt von sich behaupten, komplett heterosexuell orientiert zu sein. Das heißt für mich aber auch, dass es für sie dann ebenso eine Wunschvorstellung bleiben muss, rein homosexuell zu sein. Es kann nur festgelegt werden, mit welchen sozialen und biologischen Geschlechtspersonen bisher verkehrt wurde und welche der jeweilige Mensch erotisch gefunden hat. Dann können die Tendenzen für zukünftige sexuelle Aktivitäten gemutmaßt, aber ganz sicher nicht festgesetzt werden. Wir sollten sowieso damit aufhören uns die Personen mit denen wir Sex haben wollen, nach der zugeschriebenen Geschlechtsschublade auszuwählen, bzw. unsere Wahl jedes Mal kritisch hinterfragen und wenigstens versuchen an das Thema anders heran zu gehen. Dabei ist dann auch egal auf welches der beiden, der vorherrschenden Norm entsprechenden Geschlechtsbildern, mensch hingetrimmt wurde und von welchem biologischem Geschlecht mensch mehr Anteile besitzt.
Da es ja nichts Hundertprozentiges gibt, gibt es eigentlich auch keine kompletten Frauen und Männer im geschlechtstechnisch biologiekonformen Sinn und schon gar nicht nach dem anerzogenem Geschlechtsklischee. Ich würde sogar sagen, dass jede Person alleinige Vertreterin ihres biologischen Geschlechts ist, weil die Ausstattung mit so genannten männlichen und weiblichen Körperelementen, die wir von der Natur mitbekommen haben von Person zu Person unterschiedlich aufgeteilt ist.

Die Einordnung in soziale Geschlechter, die wir alle leider teilweise mitpraktizieren, beruht sowieso nur auf dem Wunsch nach Schubladisierung, der uns von der Gesellschaft anerzogen wurde, und im Endeffekt auf unserem dadurch entstandenem, unterbewussten Streben andere zu unterdrücken.
Obwohl ich mich zum Beispiel, größtenteils zu auf weiblich getrimmte Menschen sexuell hingezogen fühle, oder dass so eingetrichtert bekommen habe, führe ich aber manchmal trotzdem gerne Schäferinnenstündchen mit als Männern abgestempelten Personen, durch.
In meinen Gedankengängen erkenne ich aber trotzdem so viel diskriminierendes sowie unterdrückerisches Potential, bezüglich eingetrichterter Klischees, eben auch in sexualitätsbezogener Hinsicht. Ich versuche jedenfalls, diese Tendenzen nicht ans Licht treten zu lassen, obwohl mir das nicht immer gelingen wird. Da ich aber zu wissen glaube, dass es allen anderen Menschen auch so geht, werde ich mich aufgrund meiner negativen Gedanken diesbezüglich, auch in Zukunft nicht umbringen.

my personal definition of queer

Should we really limit ourselves to one sexual orientation and gender stereotype just because society wants us to be male or female, homo or – better still – hetero? Doesn’t society try to force us into its roles all the time? We shouldn’t believe in its beauty propaganda and gender brainwash, even if we all sometimes succumb to it to a greater or lesser extent.

In my opinion, no human being on the planet is able say, that they are totally straight. But I also think that to be purely homosexual remains a fantasy. All you know is which social and biological sex of people you have been fucking with so far and which one you have been attracted to. So you can predict your preferences for future sexual activities, but surely not fix them. I think we shouldn’t choose our sex partners because of the gender anyway; we should try to get to the root of our choice and find another approach to this subject. In this sense it doesn’t matter either which gender you were socialized as and of which biological sex you have more attributes.
No human being is only woman or man; your sex and gender are mixtures of biological factors and social stereotypes. Gender is constructed by us anyway, to mind each person is the sole representative of their own sex, because nobody is given the same amount of female or male body elements by nature.

Gender classification, which unfortunately we all practise a little bit, is based on our wish to pigeonhole every aspect of life. From birth onwards society tells us to categorize all kinds of shit. That is ultimately caused by our subliminal desire to repress others.
For example, in the sexual sense I mostly like people who were narrowed into the role of women – or I was socialized this way. But I also fuck with persons labelled as men sometimes.
There is still so much latent discrimination in my thought processes, not least when it comes to sexuality. But I believe that’s the same with other people, so I’m not going to kill myself because of my bad thoughts.

meine Motivation Vortragstexte zu schreiben und sie euch vorzulesen

Ja, ich weiß eh, dass meine Stimme, mit ihren Frequenzvariationen und ihrer generellen Verwaschenheit bzw. auch Langsamkeit, eigentlich nicht dazu geeignet wäre, irgendetwas vor einem Publikum vorzulesen, weil ich häufig nicht gut verstanden werde. Aber ich mache das ja nicht um euch eine gute Zeit zu bereiten, sondern weil ich es befreiend finde, in sadistischem Sinne sogar befriedigend, euch meine radikalen Ansichten und persönlichen Probleme um die Ohren zu verbalisieren. Wenn ihr dann durch meine Texte zum Nachdenken über die von mir behandelten sozialkritischen Problematiken kommt, ist das eine willkommene Nebenerscheinung.
Ich bin aber im wahrsten Sinnen des Wortes und hauptsächlich geil darauf,
mein Innerstes vor einer Bande von Idioten bzw. Idiotinnen zu präsentieren,
so viele Mitglieder einer Gruppe wie möglich zu schockieren,
mich somit in der Aura eurer Verkorkstheit zu verlieren,
euch also meine erschreckenden Gedankengänge zu exipitionieren.
Gezielt Schocks auszuteilen ist meiner Meinung nach sowieso die beste Methode, Leute zum Nachdenken zu bewegen. Das ist jedoch nur Nebensache, mir geht es nun mal vordergründig um den Kick beim Vortragen, sprich sadistischer Seelenexhipitionismus bzw. vortragstechnische Selbstbefriedigung, oder schlichtweg Missbrauch der Kunst.

My Motivation to Write Texts and Read Them to You

I know that my voice – with its varying frequency, blurry sound and slowness – is not really suitable to read anything out loud to an audience, because people often can’t hear me properly. However, I don’t want you to have a good time. It’s liberating for me, even sadistically satisfying, to shove my radical views and personal problems in your face. If my texts make you reflect on the sociocritical problems I talk about, then that’s a welcome side effect.
I am really keen on presenting the innermost part of myself to a hoard of idiots, on shocking as many people of a group as possible, on losing myself in the aura of your screwed-upness, that is, on pushing my frightening thoughts onto you.
In my opinion, shocking people on purpose is the best method to make them think. However, that’s not a priority, because what’s important to me is the kick I get from reading publicly. It’s all about the sadistic exhibitionism of my soul, i.e. the self-gratification through reading publicly, or just simply the abuse of art.

Veränderung, oder die Anzweifelung der Vereinbarkeit von Streben nach Autonomie und Rücksichtnahme auf körperliche Beeinträchtigung, da sich ein solches Versuchen, zwangsläufig vom Politischen ins Persönliche hineinwächst 

Du meinst, du wartest auf Veränderung, aber weißt nicht genau was verändert werden soll, wie du damit beginnen sollst die Veränderung in die Wege zu leiten, ob du dann glücklicher sein wirst und dieses Glück dich dann weiterbringt, oder dich hemmt. Du weißt nur ganz genau, dass es immer schwieriger wird, je länger du untätig bleibst und nur darauf hoffst, dass sich von selbst was verändert. Doch wenn du nach der Veränderung dann mehr Kontakt zu anderen Menschen haben wirst, glaubst du tatsächlich, das dann aushalten zu können? Weil du bist ja ohnehin davon überzeugt, dass alle Menschen sich nur mit dir abgeben, um ihr unterbewusst selbst auferlegtes, karitatives Pensum zu erfüllen. Inwieweit das stimmt, wirst du aber eh nie herausfinden, weil nahezu unmöglich zu ergründen, persönliche Beweggründe sind.

Letztens warst du beispielsweise bei einem Straßenfest. Als die Bands zu Ende gespielt hatten und der drogenkonsumtechnische Teil des Abends begann, inklusive kommunikativer Nebenerscheinungen, hast du wieder einmal auf Anschluss ans allgemeine Amüsement gehofft. Du  hast dich, wie so oft schon, nicht aktiv an die Leute drangehängt mit denen du reden wolltest, sondern hast nur darauf gewartet, dass sie zu dir kommen. Weil du bist ja nie sicher, ob eine deinerseitige Gesprächseröffnung angebracht wäre. Auch wenn du mal über deinen Schatten springst und erfolgreich eine Konversation eröffnest, fühlst du dich manchmal so, als würdest du Anteilnahme, auf Grund von schlechtem Gewissen, aus deiner Gesprächspartnerin bzw. deinem Gesprächspartner herauskitzeln.

Aber wieso können die Anderen nicht einmal den ersten Schritt setzen, fragst du dich dann. Dass die darauf folgende und von dir überpraktizierte beleidigte Meidung von zwischenmenschlichen Kontakten jedoch nut zu deiner generellen Vereinsamung beiträgt, ist dir schon bewusst, aber aus diesem Teufelskreis auszubrechen gelingt dir nur sehr selten.

Warum hast du eigentlich eine solche Einstellung? Ich glaube ja, dass solche Gedanken bzw. Minderwertigkeitskomplexe unter anderem deshalb entstehen, weil wir alle von klein auf, in Geschlechtsrollen mit dazugehören Aussehens- und Verhaltensweisen gepresst worden sind und das nach wie vor werden. Also strickt biologisch männlich betrachtete Menschen müssen unabhängig, Schutz bietend und immer den ersten Schritt setzend sein, aber strickt biologisch männlich betrachtete Krüppel sind das eben nicht, oder zumindest du. Somit fühlst du dich manchmal zu minder, um in ein interessantes Gespräch einzusteigen beziehungsweise eines zu eröffnen.

Um dein inneres Andenken eines Szenewechsels zu beenden, bleibt zu sagen, dass du wegen deines Eigenbrödlertums, auf Dauer wahrscheinlich noch größere Probleme in Gruppen hättest, wo sich die Leute viel mit dir auseinander setzen würden. Bei anderen Zecken weißt du wenigstens, dass du in Ruhe gelassen wirst, wenn du dich nicht aktiv um Kommunikation bemühst. Manchmal findest du das angenehm, aber von Zeit zu Zeit stellt sich halt das Gefühl ein, dass es im Grunde eh allen egal wäre, ob du da bist oder nicht, wenn niemensch ein Gespräch mit dir eröffnet und dauernd du aktiv werden musst.

Ganz realistisch betrachtet ist es ja egal, am Rande welcher Ansammlung von Menschen du dich befindest. Also bleib lieber in der Autonomen Szene, wo du dich wenigstens ideologisch zugehörig fühlst, werde sozialer Einsiedler, oder zieh irgendwohin, wo es eine richtige autonome Queercomunity gibt, obwohl ein Leben in so einer, ein bisschen einer Gettoisierung gleichkommt, meinst du zumindest, aber wahrscheinlich verwechselst du Getto mit Rückzugsgebiet.

Vorschlag: Du solltest Orte der sozialen Aktivierung gleich nach dem Ende des Veranstaltungsprogramms verlassen. Diejenigen Menschen, denen du noch beim Verlassen begegnest und von welchen du angetan bist, musst du dann gleich um ein Treffen zum Kommunikationsaustausch und so in den nächsten Tagen bitten. Wenn sie sich dann nicht irgendwann mal melden, weißt du wenigstens dass du sie nicht dermaßen interessierst, dass sie außerhalb von zufällig was mit dir unternehmen wollen, weil du willst ja auch nicht mit jeder Person viel zusammen sein, welche sich für dich interessiert. Das dann einfach hinzunehmen und nicht lange darüber nach zu grübeln, wieso dass so ist, würde dir eine Menge Zeit und Mühe ersparen, glaube ich zumindest zu wissen.

Change, or challenging the compatibility of the pursuit of autonomy with thoughtfulness towards physical impairment, as such an attempt inevitably shifts from the political to the private domain 

You think you are waiting for change, but you don’t know what is supposed to change, how you should start the change, whether you will be happier and whether this happiness will help or hinder. You only know for sure that it gets harder the longer you remain passive and the longer you hope things change by themselves. However, if after the change you have more contact with people, do you really think you can put up with that situation? You’re already convinced that people spent time with you just because they subconsciously feel good about being do-gooders. You will never know to what extent this is true, though, because it is generally impossible to find out about people’s personal motives.

The other day, for example, you were at a street party. When the bands stopped playing and the booze and drugs started flowing freely, including the blurred perceptions connected with this habit, you had hoped to be able to socialize a little. Like so many times before, you didn’t actively start a conversation with people you wanted to talk to but waited for them to come up to you. You’re never sure whether it’s okay to initiate a conversation. Even if you jump over your own shadow and succeed in starting a conversation, you sometimes feel as if you elicit sympathy from the person you talk to just because of his or her bad conscience.                                                                                                                                                                                                                                                     “No matter what I do, I will only get positive reactions because everyone’s got to treat handicapped people nicely.”  You have had this feeling for a long time.

But why can’t the others take the first step, you ask yourself. You are well aware of the fact that avoiding human contact, which you do too often already, only contributes to your isolation. However, escaping this vicious cycle is hard to do.

Why do you think like that anyway? You believe that such thoughts or inferiority complexes develop, among other things, because we all have been (and still are) raised to fit into gender roles, including behavior and looks. Individuals considered strictly male must be independent, protective and ‘proactive’, but cripples who are seen as male are just not like that, or at least you aren’t. As a result, you sometimes feel inferior.

It remains to be said that due to your peculiarity you would probably have even more troubles in groups where you get a lot of attention. When you are with familiar folks, you can at least be sure that they will leave you alone if you do not actively participate in a conversation. Sometimes you enjoy that, but then again you get the feeling that nobody cares whether you are around or not when they don’t talk to you and you need to take the initiative all the time.

From a realistic point of view, it doesn’t matter on which crowd’s edge you are. You might as well stick with the independent DIY scene where you feel at least ideologically comfortable. Become a social hermit or settle down in a place with a proper DIY queer community, although living in such a community gets close to ghettoization, at least so you think. You’re probably confusing ‘ghetto’ with ‘refuge’.

Suggestion: Leave venues immediately after the performance. When you find someone interesting, ask those people on the way out if they want to meet up in the next couple of days. Guess that would save you a lot of time and agonizing.

es nur gut meinen

es freut mich ja ungemein, dass du eine krankenpflegende Person bist, viel Erfahrung darin hast, behinderten Leuten Hilfestellung bei diversen Alltagstätigkeiten zu leisten und mir liebend gerne beim Pissen behilflich wärst. Ich bin ja auch deiner Meinung, dass jeder Mensch den ich um Hilfe bitte mir gefälligst helfen sollte, soweit es ihm bzw. ihr zeitlich und physisch möglich ist. Natürlich begeistert mich der Gedanke, dass es andere Leute gibt, die wie ich der Meinung sind, dass meine Probleme im Alltag nicht nur mich betreffen, sondern gesamtgesellschaftlicher Natur sind, also von der Allgemeinheit in Arbeitsteilung gelöst werden müssten. Alle Menschen sollten mir klarerweise bei Bedarf helfen meine Hindernisse auszuräumen, als ob es selbstverständlich wäre. Dazu sind aber nicht alle bereit und zudem ist es mühsam und zeitaufwändig, sich dauernd irgendwo aufhalten zu müssen, wo Leute sind die einem evtl. helfen würden. Somit sind Leute, die auf körperliche Hilfe angewiesen sind, dazu gezwungen, sich diese zu einem Großteil auf finanziellem also kapitalistischem Wege zu besorgen, wenn sie nicht andauernd auf bestimmte Personen angewiesen sein wollen und somit Gefahr laufen in Ausnützungsverhältnisse abzudriften.

Es begeistert mich deshalb in gewaltigem Ausmaß, dass manche Leute nicht nur groß reden sondern dem tatsächlich handelnd entgegenwirken. Aber stopf mir jetzt bitte trotzdem nicht meinen Schwanz in die Öffnung meiner Plastikurinflasche, ohne dass ich dich danach gefragt hätte. Weil ich empfinde das als Belästigung, auch wenn’s nicht sexuell sondern nur gut gemeint ist!

„es nur gut meinen“ – just want to be nice

I’m really glad that you are experienced with helping disabled people in their daily life and as well happy that you would like to support me pissing. In my opinion anyway everybody I ask for have to support me if he_she_they has time and physical abilities to do so. I happy that there are other people out there who think my troubles in the daily life are not my problem, but have to concern the whole society and therefore should be tackled collectively.

Everybody should support me – which should be anyway for granted, but it’s unfortunately not. Therefore people who need physical support are often forced to use capitalistic ways (as for example payed assistance) to live self-determined. Supporting tasks should not be done by always the same person, but should be spread out to as many people as possible to avoid dependance on a certain person.

I’m really exited and impressed that some people not only talk about supporting, but do so. But please do not just grab my dick and put it into my urination bottle without me asking you to do so. Because I feel harassed by that, even if it is not meant in a sexual way and you just wanted to be nice….

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