bisherige Theaterstücke

von Theater der Aggressionen

Neuinszenierung des 1. Theaterstücks ACCION MUTANTE

Inhaltsangabe:
Drei behinderte Menschen entführen als Reaktion auf die Oberflächlichkeit der Gesellschaft den Leiter eines Unterwäschekonzerns. Sie verhören und foltern ihn und wollen ihn am Ende umbringen. Dieses Vorhaben scheitert jedoch, weil die Situation am Schluss eskaliert, da sie selber die gleichen Vorurteile haben und praktizieren, welche sie ihm eigentlich vorwerfen, in der Allgemeinheit zu verbreiten.
Die zwei Frauen und der Mann wollen damit in der Öffentlichkeit die Intoleranz der Werbung und anderer kapitalistischer Errungenschaften darstellen, indem sie das Verhörungsprotokoll dann später veröffentlichen wollen.
Es sollte zum besseren Verstehen erwähnt werden, dass die behinderten Leute im Stück von Nichtbehinderten dargestellt werden. Und außerdem wird der einzige Nichtbetroffene von einem Betroffenen verkörpert.

gefördert von der Stadt Innsbruck

Stück1: ACCION MUTANTE (1. Theaterstück)
Premiere März 2007

von Philmarie Theatdaggres

Nach dem Spanischen Film „Accion Mutante“ von Alex de la Iglesia der Perfektionswahn, Medienauswüchse und Polizeistaat durch den Kakao zieht, indem eine Terrorgruppe, bestehend aus behinderten Menschen, in bizarren Szenarien Reiche und Schöne niedermetzelt.

3 körperlich behinderte Menschen entführen den Leiter eines damenunterwäscheproduzierenden Unternehmens. Sie foltern und verhören ihn und wollen ihn schließlich umbringen, doch die Situation eskaliert unabsichtlich.

Flugzetteltext:

Sind behinderte Menschen hilflose, asexuelle und somit bemitleidenswerte Wesen, welche trotz größtenteils negativer Aspekte, am Leben festhalten, sich nicht unterkriegen lassen, viel intelligenter sind(Weil sie ja viel mehr Zeit haben, Wissen anzuhäufen.) und eigentlich die besseren Nichtbehinderten wären? Oder sind „Solche“ genau die gleichen, zu gewalttätigen Handlungen neigenden SpinnerInnen, die sonst fast nur Sex im Kopf haben und annähernd die gleichen Vorurteile verbreiten wie „Normale“?
Ungeachtet der Unmöglichkeit allgemein gültige Antworten, für sämtliche Betroffene zu finden, versucht das Theater der Aggressionen mit dem selbstverfassten Theaterstück „Accion Mutante – Wir wollen nicht integriert werden!“ solche und ähnliche Fragen zu beantworten.Es soll die Tendenz der Menschen aufgezeigt werden, andere Leute anhand von Oberflächlichkeiten zu beurteilen. Auch antikapitalistische Aspekte kommen zum tragen, Werbemethoden werden beispielsweise überzeichnet, lächerlich gemacht und somit kritisiert. Vorurteile und die daraus resultierende Diskriminierung, aufgrund von sexuellen Präferenzen, wird ebenso behandelt, wie generelle sexistische Denkmuster. Einen Hauptteil der Erzählung, nimmt die gesellschaftliche Diskriminierung von Menschen mit Behinderung ein, die sich eben auch im zwischenmenschlichen Verhalten äußert und die bis zu einem gewissen Grad sogar vom Betroffenenkreis selber reproduziert wird.


Stück2: Demoralisierung des Feindes“
(2008)

von Philmarie Theatdaggres

Ausgehend von einem Neonazi-Überfall auf ein zu der Zeit links-autonom angehauchtes Veranstaltungszentrum welches sich zu einem reinen Entertainment Center „weiterentwickelt hat, wird die Nachgeschichte von 4 beteiligten Personen und einer unbeteiligten dargelegt.

Flugzetteltext:

Geht es nach dem „Theater der Aggressionen“, ist der Versuch von sozialkritischem Aufzeigen nur dann konsequent und angebracht, wenn von den KritikerInnen im selben Atemzug auch Selbstkritik geübt wird. Es ist laut dem „TdA“ jedoch nicht immer notwendig dies öffentlichkeitswirksam zu machen.
In dem Theaterstück „Demoralisierung des Feindes“ wird versucht mit Sarkasmus und schwarzem Humor, dem latenten Fasch-, Rass- und Militarismus vieler Menschen und insbesondere den öffentlichen Verfechtern dieser unmenschlichen Ideologiefragmente, aufs literarischste an den Kragen zu gehen. Sämtliche Charaktere in diesem Drama fungieren als VertreterInnen einer bestimmten ideologischen Gruppe und an keiner wird ein gutes Haar gelassen. In diesem Sinne wird versucht auch den Gegenbewegungen zu den vorher genannten Ismen, zu denen sich auch das „TdA“ zählt, ihre Tendenzen zu Doppelmoraligkeit vor Augen zu führen. Sogar die Person im Hintergrund, bekommt den Zynismus des Theaters zu spüren.

Stück3 „Mandarinenzeit oder das geheime Leben des Andreas Hofer“
(2009)

von Philmarie Theatdaggres

2009 wurde dem Tiroler „Freiheitskampf“ und seinem Anführer und Landesheiligen Andreas Hofer zum 200. Mal gedacht, diesmal in wirklich brechreizeregendem Ausmaß. Im Stück geht es darum, dass Hofer den Bauernaufstand nur führt, um seine Tätigkeit als transvestitischer Sänger und Tänzer geheim zu halten.

Flugzetteltext:

Um das Ende des Andreas Hofer(Führer des „Freiheitskampfes“ 1809) Gedenkjahres in Tirol(Österreichisches Bundesland) zu feiern, präsentierte „Theater der Aggressionen“ 2009 den queer subversive Bäuerinnenschwank „Mandarinenzeit oder das geheime Leben des Andreas Hofer“.
Im Stück wird auf höchst unkonventionellem Weg davon erzählt, was wäre, wenn die Motivation der „Revolutionär_innen“ nicht ins traditionelle Bild passen würde. Es soll unter anderem das Hinterfragen von historischen Tatsachen angeregt werden, welche ja von den Übermittlern in deren bevorzugte Richtung gebogen worden sein könnte, um so die Möglichkeit zu erlangen, ihre Ansichten und Moralvorstellungen als naturgegeben und somit unumstößlich zu positionieren. Um den Status Quo und die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Selben zu rechtfertigen und zu glorifizieren, bedient sich das jetzige Establishment ja überall an eben solchen Übermittlungen. Geschichte trifft Zukunft(Werbeslogan des Land Tirols für den Festumzug 2009) per Plattschuss, wie dieses Jahr in Tirol so eindrucksvoll miterlebt werden konnte.
Das Theaterstück handelt im Großen und Ganzen davon, dass Hofer den Bauernaufstand nur führt, um seine Tätigkeit als transvestitischer Sänger und Tänzer geheim zu halten.

Stück 4 GÖTTLICHE MAßNAHMEN den massenhaften Zuzug nach Himmelreich zu unterbinden
(2013) von Philmarie Theatdaggres mit einer Szene von Syl Via

Vor dem Absprung erklärt uns ein Selbstmörder den Grund für seine Tat. Bevor er unten aufschlägt, öffnet sich ein Zeitwurmloch, in das er reinstürzt und ihn die restliche Ewigkeit von oben nach unten fliegen lässt. Dann wechseln wir in den Himmel und erfahren, wieso diese Maßnahme eingeführt wurde.

Selbstmörder:
Ich bin eigentlich sehr überrascht, und wäre aber nicht ganz ehrlich, wenn ich behaupten würde, keinerlei Stolz wegen meiner Konsequenz zu empfinden, weil ich schließlich doch die nötige Standfestigkeit besitzen werde, dieser Welt Lebewohl zu sagen um mich vom Balkon meiner Wohnung zu stürzen.

Petrusa zu Gott:
Du musst ja nicht sozial handeln, es muss nur so auf den Pöbel wirken und da kommen dann halt solche Sachen meiner Meinung nach schon ein bisschen zu makaber daher!

Bittsteller zu Gott:
Bisher hat er unten seinen rollstuhltechnischen Müßigang durch bestrafungstechnischen Büßiggang abgeleistet, was meiner Meinung nach für die restliche Ewigkeit so hätte bleiben sollen.

Gott zu Bittstellerin 1:
Aber ich kann dir schon jetzt sagen, dass homosexuelle Menschen auch weiterhin aufgenommen werden, weil sonst würde die Bevölkerung von Himmelreich abrupt stagnieren. Jeder Mensch war teilweise homosexuell, also auch du mein Kind!

Gott zu Bittstellerin 2:
Mir zur Unterhaltung hab ich euch in die Welt gesetzt! Ein Computerspiel mit unvorhersehbarem Ausgang! Spannung in meinen langweiligen Alltag zu bringen, in die Langeweile meiner Perfektion! Meiner Omnipotenz!

Attentäterin zu Gott:
Das Einzige, was mich an meiner Situation ja freut, ist die Möglichkeit, die ich dadurch habe, dir die restliche Ewigkeit zur Hölle zu machen, indem ich deine Autorität untergrabe!

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